Rheinhessen ist ein launiges Weinland. Das größte deutsche Weinbaugebiet ist zugleich das größte Silvaner-Anbaugebiet und das Land der viel zitierten fröhlichen Weinberge.
Carl Zuckmayer, der große deutsche Dramatiker und Rheinhesse aus Nackenheim, hat mit seinem »Fröhlichen Weinberg«einen Bühnenklassiker geschaffen, in dem er den Wein vom Rhein –und damit auch den Silvaner- als wichtigen Katalysator bei der Schaffung und Lösung der großen und kleinen Probleme im Miteinander der Menschen fokussiert. Zuckmayer war es auch, der in seiner ganz pragmatischen Sprache die Kategorisierung der Weine in Liebesweine, Grübelweine oder Streitweine vorgenommen hat. Und er hatte auch übung darin, den Silvaner auf dieser gesamten Klaviatur spielen zu lassen.
Zu Zuckmayers Zeiten hat der Silvaner fast 2/3 der rheinhessischen Rebfläche ausgemacht. In dem Standardwerk »Die Rheinweine Hessens«aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wird der Silvaner (bzw. österreicher wie er damals genannt wurde) als wichtiger Partner für den Riesling im gemischten Satz dargestellt. Viele Rieslingweine wären damals ohne das gewisse Quantum Silvaner einfach nicht trinkbar gewesen. Noch Anfang der 60er Jahre war in Rheinhessen jeder zweite Rebstock ein Silvaner. Das ist passé.
Aber nach wie vor ist der Silvaner die wichtigste der klassischen Rebsorten in Rheinhessen. Und Rheinhessen ist mit 2.500 ha das größte Silvaner-Anbaugebiet in Deutschland und weltweit. Silvaner hat damit für Rheinhessen immer noch einen ganz besonderen Stellenwert.
Das Jahr 2009 war ein großes Silvaner-Jahr: die Silvaner-Szene feierte das 350-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Silvaner-Erwähnung in Deutschland.
übrigens: man hat beim Silvaner ja lange über seine Herkunft gerätselt. Man hat lange geglaubt, es handelt sich um eine eigenständige Sorte. Die Genforscher haben diese Annahme relativiert und leiten nach ihren neuesten Erkenntnissen den Silvaner aus einer Kreuzung von Traminer x österreichisch weiß ab. Woraus sich dann auch erklären ließe, dass der Silvaner in Rheinhessen seine größte Popularität unter dem Namen »Österreicher« hatte.
Warum? Weil man als Weinfreund einfach mal auf einem richtig schönen, entspannten, fröhlichen Weinfest gewesen sein muß. Weil Rheinhessen mehr Sonnentage im Jahr hat als Hamburg und Berlin zusammen. Weil alle Weine dort, wo sie herkommen, immer noch ein klitzekleines bißchen besser schmecken als an jedem anderen Platz der Welt, und niemand weiß, warum. Darum. Sie werden es nicht bereuen. Mehr Informationen rund um Rheinhessen und den Wein finden Sie hier.
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